Friday, October 31, 2008

Somalia's Piraten

Farah Ismail Eid, a jailed pirate
BOOSAASO, Somalia — Dies ist eine der gefährlichsten Towns in Somalia, ein Ort wo man schneller gekidnappt werden kann als man sich den Schweiss von der Stirn wischt. Aber sie ist auch eine der wohlhabensten.
Das Gefängnis in Boosaaso hält mehr als 100 Piraten zu jeder Zeit. Einige einsitzende Piraten sagten sie hätten Clan-Linien überschritten um neue Franchises zu formen.
Geldwechsler laufen herum mit dicken Bündeln von Hundert-Dollar Noten. Neue Restaurants werden gebaut neben den Shanty-towns aus Wellblechhütten. Männer im Gefängnis schwärmen, mit scheinenden Augen, über ihre Tage in denen sie wie Könige lebten.
Dies ist die Story über Somalia's boomende, nicht-so-underground Piraten Ökonomie. Das Land ist in Chaos, zahllose Kinder hungern und Leute bringen sich gegenseitig um in den Straßen von Mogadishu, der Hauptstadt, für eine Handvoll Korn.
Aber eine Linie von Arbeit - Piraterie - scheint recht offen von all dieser Gesetzlosigkeit und Verzweiflung zu profitieren. Dieses Jahr, sagen Somali Offizielle, sind Piraten Profite on Track um einen Rekord von $50 Millionen zu erreichen, alles Steuerfrei.
"Diese Typen sahnen ab," sagte Mohamud Muse Hirsi, der Top Somali Offizielle in Boosaaso, der selbst weitreichend verdächtigt wird mit den Piraten zusammen zu arbeiten, der es aber vigoros abstreitet. Mehr als 75 Schiffe wurden dieses Jahr attackiert, weit mehr als in jedem anderen Jahr in jüngster Erinnerung. Ungefähr 1 Dutzend wurde im letzten Monat allein angegriffen, darunter ein Ukrainischer Frachter beladen mit Panzern, Anti-Aircraft Kanonen, und anderen schweren Waffen, der im September unverfroren übernommen wurde.
Die Piraten benutzen kleine agile Boote um zu ihrer Beute zu gelangen und per Leitern an Bord zu klettern, manchmal benutzen sie sogar nur rostige Enterhaken. Erstmal an Bord halten sie die Besatzung unter Waffengewalt bis ein Lösegeld gezahlt wird, normalerweise 1 bis 2 Millionen. Verhandlungen über den Ukrainischen Frachter halten noch stets an, und es kann sein daß durch all die Publizität der Preis für das Schiff höher als $5 Millionen ausfällt.
In Somalia, so scheint es, bezahlt sich die Kriminalität. Es ist eine der wenigen Industrien wo das funktioniert. "Alles was man braucht ist 3 Mann und ein kleines Boot, und am nächsten Tag ist man Millionär," sagte Abdullahi Omar Qawden, ein vormaliger Kapitän in Somalia's lange nicht mehr existierender Navy.
Leute in Garoowe, eine Town südlich von Boosaaso, beschreiben einen bestimmten Stil von Piraten Angeberei. Im Besitz von Bargeld, fahren die Piraten die größten Autos, sind die Eigner von vielen Geschäften der Stadt - solche wie Hotels - und geben die besten Parties, sagen Anwohner. Fatuma Abdul Kadir sagte sie besuchte eine Piraten Hochzeit im Juli die zwei Tage dauerte, mit non-stop Tanz, Ziegenfleisch, und einer Band die vom Nachbarland Djibouti eingeflogen wurde. "Es war wundervoll," sagte Ms. Fatuma. "Ich gehe nun mit einem Piraten aus."
Das ist zuviel für viele Somali Männer um zu widerstehen, und Kriminelle von überall aus dem Kugel-durchlöcherten Land sind unterwegs nach Boosaaso und anderen notorischen Piraten Nestern entlang der zerklüfteten Somali Küste. Sie haben diese Gewässer in die gefährlichsten Schifffahrtslinien der Welt verwandelt. Mit der Situation ganz klar außer Kontrolle dampfen Kriegsschiffe aus den US, Russland, NATO-Ländern, der EU, und Indien in Somalische Gewässer als Teil eines erfrischten weltweiten Efforts um die Piraten auszumerzen.
Aber es wird nicht einfach sein. Die Piraten haben Köpfchen für das Seeleben. Sie haben keine Angst. Sie sind reich und werden reicher, mit den neuesten Hi-Tech Gadgets wie mobile GPS Einheiten. Und sie sind vereint. Die unumstößlichen Clan-Linien die Somalis für Jahrzehnte gegeneinander aufgerieben haben sind hier kein Problem. Mehrere gefangene Piraten interviewed in Boosaaso's Gefängnis sagten sie hätten kürzlich Clan-Linien überschritten um neue lukrative Multiclan Franchises zu gründen.
"Wir arbeiten zusammen," sagte Jama Abdullahi, ein einsitzender Pirat. "Das ist gut für's Geschäft, wissen sie?"
Die Piraten sind auch weiträuming verteilt über Tausende von Quadratkilometern von Wasser, vom Golf von Aden, an der schmalen Öffnung ins Rote Meer, bis zur Kenianischen Grenze entlang dem Indischen Ozean. Selbst wenn Navy Schiffe Piraten im Akt aufgreifen, ist es nicht klar was sie tun können. Im September griff ein Dänisches Kriegsschiff 10 Männer auf unter dem Verdacht Piraten zu sein die im Golf von Aden herumschipperten mit Rocket-propelled Granaten und einer langen Leiter. Aber nachdem sie die Verdächtigen für beinahe eine Woche gehalten hatten konkludieren die Dänen daß sie keine Jurisdiktion hatten um zu bestrafen, also setzten sie die Piraten am Strand ab, minus ihrer Waffen.
Niemand, so scheint es, hat einen klaren Plan wie man Somalia's gesetzlose See zähmen könnte.
Mehrere Fischer entlang des Golfs von Aden sprachen davon wie sie Fässer mit giftigen Abfällen in der offenen See treiben sahen. Sie sprachen von Schwärmen von toten Fischen die in der Nähe trieben und 'Rogue Fishing Trawlers' die nicht nur Fisch und Lobster aus dem Meer saugten sondern auch die Korallen und Pflanzen von denen der Fisch lebt. Es waren Missbräuche wie diese, sagten mehrere Männer, welche diese Somalis von Fischern zu Piraten verwandelten.
Es ist noch nicht mal klar ob die Somali Authoritäten universell wollen das die Piraterie stoppt.
Während viele Piraten arrestiert wurden, mehrere Fischer, Westliche Researcher, und mehr als ein halbes dutzend Piraten im Gefängnis sprachen von verstrickten Beziehungen unter Fischerei Firmen, privaten Security Contractors, und Somali Regierungs Offiziellen, speziell solche die für
die semi-autonome regionale Regierung von Puntland arbeiten.
"Glauben Sie mir, eine Menge von unserem Geld ging direkt in die Tasche der Regierung," sagte Farah Ismail Eid, ein Pirat der im naheliegenden Berbera gefangen genommen und zu einer 15-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Sein Piraten Team, sagte er, teilte seine Beute typischerweise so auf: 20% für ihre Bosse, 20% für zukünftige Missionen ( für essentielle Ausgaben wie Waffen, Sprit, und Zigaretten), 30% für die Bewaffneten auf dem Schiff, und 30% für Offizielle der Regierung.
Abdi Waheed Johar, der Generaldirektor des Fischerei und Häfen Ministeriums von Puntland, sagte offen in einem Interview dieses Frühjahr daß "es Regierungsleute gibt die mit den Piraten zusammen arbeiten". Aber er war schnell hinzuzufügen: "Wir sind es aber nicht."
Was vor Somalia's Küsten geschieht ist eine Erweiterung des korrupten, gewalttätigen 'Free-for-all" welches in diesem Land seit 17 Jahren regiert seit die Zentral Regierung in 1991 implodierte. Die große Überzahl von Somalis hat nichts davon. Junge Halbstarke die gewillt sind als Muskel zu dienen bekommen einen Job, allerding einen sehr niedrig bezahlten, der ihre Lebenserwartung gewaltig reduziert. Und ein paar ausgesuchte Warlords, die sich hinsetzten und austüftelten wie von der Anarchie ein Profit zu erarbeiten ist, werden stinkreich.
Man nehme Boosaaso, einst ein geschäftiger Hafen am Golf von Aden. Piraterie tötet die Überreste der lokalen Fischerei Industrie weil Export Firmen wegbleiben. Das hat ein Kidnapping Business an Land hervorgerufen, was wiederum viele Humanitäre Agenturen und die Lebensmittel, Medizin, und andere Formen von unbedingt benötigter Assistenz vertrieben hat. Diesen Report vor 2 Wochen in Boosaaso zu fertigen benötigte nicht weniger als 10 gemietete Leibwächter von der Puntland Regierung um eventuelle Möchtegern-Kidnapper davon abzuhalten.
Wenig große Cargo Schiffe kommen hier noch her, was der Regierung die viel-benötigten Hafensteuern vorenthält. Die einzigen Schiffe die noch willens sind die Reise zu riskieren sind kleine, hölzerne, Putt-Putt Frachter aus Indien, essentiell schwimmende alte Kisten aus einem anderen Zeitabschnitt. "Davon können wir nicht überleben," sagte Bile Qabowsade, ein Puntland Offizieller. Die Shipping Probleme haben beigesteuert zu Lebensmittel Knappheit, raketenmäßiger Inflation, und weniger Arbeit für die sehnigen Staumänner die jeden Morgen zum Boosaaso Strand wandern und vergeblich den hellen Horizont begutachten, ihre baren Füße im heißen Sand, in der Hoffnung daß ein Schiff materialisieren wird und sie ein paar Cents verdienen können indem sie 100-Pfund Säcke voller Zucker auf ihren Rücken an Deck bringen
Und trotzdem, verdächtigerweise, gab es eine Menge neue Baustellen in Boosaaso. Da ist eine erscheinende neue Sektion in der Town genannt 'New Boosaaso' mit riesigen Häusern die sich über die Ballon-förmigen Hütten von Flüchtlingen und den Wellblech Shacks der Fischer erheben. Diese neuen Häuser kosten mehrere hunderttausend Dollars. Viele werden angemalt mit schreienden Farben und sind geschützt von hohen Mauern.
Selbst so, Boosaaso ist noch stets ein zerbröckelnder, pleitegehender, sehr rauher Ort, verrottend nach Jahren von Vernachlässigung wie der Rest des Kriegs-zerstörten Somalia. Es ist auch gefährlich in so vielen zahllosen Wegen. Am Mittwoch zerstörten Selbstmord Bomber 2 Regierungs Büros, wahrscheinlich die Tat von Islamistischen Radikalen die versuchen Somalia in einen Islamistischen Staat zu verwandeln.
Natürlich würde kein Somali Regierungs Offizieller offen zugeben daß die Mini-Paläste in New Boosaaso mit Piraten Einkommen erbaut wurden. Aber viele Leute, darunter UN Offizielle und Westliche Diplomaten, haben den Verdacht daß dieses der Fall ist.
Mehrere gefangene Piraten beschuldigten Mr.Muse, ein vormaliger Warlord der nun der Präsident von Puntland ist, daß er bestochen und bezahlt wird. Offizielle im angrenzenden Somaliland, eine separate Region von nordwest Somalia, sagten sie organisierten vor kurzem eine Piraterie-Sting-Operation und arrestierten dabei Mr.Muse's Neffen, der $22.000 in Bargeld bei sich trug.
"Top Puntland Offizielle profitieren von Piraterie, auch wenn sie es nicht anstiften," sagte Roger Middleton, ein Researcher am Royal Institute of International Affairs in London. Er fügte hinzu "alle signifikanten politischen Figuren in Somalia profitieren von Piraterie."
Aber Mr.Muse sagte er weiß davon nichts. "Wir sind die Führer in diesem Lande," sagte er. "Jeden den wir verdächtigen, den feuern wir." Er sagte Puntland unternahm aggressive Aktionen gegen Piraten. Und Boosaaso's Gefängnis ist der Beweis dafür. Erst vor ein paar Tagen konnte man ein dutzend Piraten dort im Hof beobachten unter dem Basketball Ring. Und das ist erst der Anfang.
"Piraten, Piraten, Piraten," sagte Gure Ahmed, ein Kanadischer Somali Einsitzender des Gefängnisses, angeklagt wegen Mordes. "Dieses Gefängnis ist voll von Piraten. Diese ganze Stadt besteht aus Piraten."
In anderen gutbekannten Piratennestern, wie Garoowe, Eyl, Hobyo, und Xarardheere, wurden Piraten lokale Stars. Said Farah, 32, ein Ladeninhaber in Garoowe, sagte die Piraten scheinen Geld zum verbrennen zu haben. "Wenn sie ein gutes Auto sehen das jemand fährt," sagte er, "dann sagen sie 'Wieviel?' Wenn es 30 Riesen kostet, nimm 40 und gib mir den Schlüssel."
Jedesmal wenn ein Schiff sein Anker läßt bedeutet das eine Piraten Shopping Spree. Schafe, Ziegen, Wasser, Sprit, Reis, Spaghetti, Milch, und Zigaretten - die Piraten kaufen all dies in großen Mengen von kleinen Towns hoch und runter die Somalische Küste. Somalia's seefahrende Diebe sind nicht wie die Barbarischen Piraten die vor hunderten von Jahren die Europäischen Küstenstädte terrorisierten und die oft ihre Opfer anketteten und in Galeerensklaven verwandelten. Somali Piraten sind bekannt als relativ dezente Gastgeber, die ihre Geiseln nicht schlagen und gut füttern, bis der Zahltag kommt.
"Sie sind normale Leute," sagte Mr.Said. "Nur sehr, sehr reich."
orig.engl.

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